Hausmittel und Selbsthilfe

Bei leichter Verstopfung kann bereits mit einfachen Hausmitteln Abhilfe geschaffen werden. Eine gesunde Lebensführung kann dazu beitragen, dass es gar nicht erst zu einer Verstopfung kommt.

Folgende vorbeugende Maßnahmen sind zu empfehlen:


  • Ballaststoff-reiche Ernährung

  • ausreichend Bewegung

  • ausreichend Zeit für den Toilettengang nehmen, Stuhlgang nicht unterdrücken

  • Vermeidung von stopfenden Nahrungsmitteln (siehe Tabelle)

  • Abführmittel nur kurzzeitig einnehmen, weil Dauergebrauch zu Verstopfung führen kann

  • ausreichend trinken (2 bis 3 Liter pro Tag)



Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr ist bei Menschen im jungen und mittleren Erwachsenenalter meist kein Problem. Im höheren Lebensalter lässt jedoch das Durstgefühl nach, daher ist die tägliche Trinkmenge bei älteren Menschen oft zu gering. Das kann eine Verstopfung begünstigen.

Folgende Hausmittel können helfen:


  • morgens auf nüchternen Magen ein Glas Wasser oder Fruchtsaft trinken (löst einen Magen-Darm-Reflex aus)

  • kreisförmige Massage des Unterbauches

  • Verzehr von getrockneten Pflaumen oder Ballaststoffen, Trinken von Sauerkraut-Saft

  • starker Bohnenkaffee bei Menschen, die selten oder nie Kaffee trinken

  • zusätzliche Einnahme von Ballaststoffen



Ballaststoffe (auch als Quell- oder Füllstoffe bezeichnet) sind unverdauliche Substanzen, die größere Mengen Wasser binden können. Im Darm führt dies zur Erweichung des Stuhls und zum Vergrößerung des Darminhaltes. Die Darmwand wird gedehnt, dadurch kommt es zu einem Reflex, der den Stuhlgang auslöst (Defäkationsreiz).
Quellstoffe sind pflanzlichen Ursprungs. Da die Wirkung erst nach einigen Tagen eintritt sind sie nicht geeignet, wenn eine akute Verstopfung rasch beseitigt werden soll.
Quellstoffe wie

  • Weizenkleie

  • Leinsamen

  • Flohsamenschalen



eignen sich zur Behandlung leichter Formen der Verstopfung. Manchmal kommt es unter der Behandlung zu Blähungen. Um dies zu vermeiden empfiehlt es sich, die aufgenommene Menge langsam zu steigern. Auf ausreichende Flüssigkeitszufuhr (2 bis 3 Liter pro Tag) sollte geachtet werden.


  • Weizenkleie: Beginn mit dreimal täglich 1 Esslöffel, steigern auf dreimal täglich 2 Eßlöffel, einrühren in Joghurt oder Müsli oder Backen ist möglich

  • Leinsamen: Beginn mit zweimal täglich 1 Esslöffel, steigern auf zweimal täglich 2 Esslöffel; Samen möglichst nicht zerstoßen oder gekocht anwenden, da er sonst nicht gut wirkt.

  • Flohsamenschalen: Beginn mit dreimal täglich 1 Teelöffel, steigern auf dreimal täglich 1 Teelöffel; in Wasser vorquellen lassen, dann trinken; Flohsamenschalen sind auch rezeptfrei als aromatisiertes Pulver (z.B. mit Orangengeschmack) erhältlich.


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